Denk‘ mal darüber nach!

„Denk mal darüber nach: Auch Homosexuelle fielen dem NS-Regime zum Opfer – eine allzu häufig übersehene Opfergruppe!“

Gestern (03.04.2019) wurde das im Rahmen des Roze Zaterdag Venlo-Krefeld von den Schülerinnen und Schülern des Kunstkurses des Abiturjahrganges am Gymnasium Fabritianum in Krefeld erstellte Denkmal in Gedenken an die Leiden homosexueller Opfer während des Holocaust offiziell vorgestellt.

Es zeigt einen Mann, mit auf der Brust prangenden Rosa Winkel, welcher aus den Umrissen der Länder Niederlande, Niedersachsen und NRW herausbricht.

v.l.n.r Schulleiter des Gymnasium Fabritianum Herr Eric Mühle, Bürgermeisterin Karin Meincke (CDU), ein Vertreter der Stadt Venlo sowie die Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses

„Den Schülerinnen und Schülern des Kunstkurses sowie allen weiteren Beteiligten gebührt großer Dank und Anerkennung dafür, dass sie sich mit der leidvollen Geschichte von Homosexuellen während der NS-Zeit befasst und schlussendlich dieses Denkmal erstellt haben.

Junge Homosexuelle leben heute nämlich in einer weitestgehend friedlichen Zeit, Paragraphen wie der 175 StGB, welcher homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, gehören der Geschichte an.

Wir müssen somit dankbar sein für das, was durch den jahrelangen Kampf etlicher Gruppen und Einzelpersonen für die Rechte vom Homosexuellen bis jetzt erreicht wurde.

Und um zu verstehen, wie schwer dieser Kampf war, gehört auch eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Letztere zeigt uns, wozu es heute niemals mehr kommen darf“

so der stellvertretende Vorsitzende der Liberalen Schwulen und Lesben – NRW, Dominik Korthaus, welcher für LiSL bei der Veranstaltung dabei war.

Das von den Schülerinnen und Schülern erstellte Denkmal

Die Gesamtzahl schwuler Männer, welche in der Zeit des Nationalsozialismus in Konzentrationslager verschleppt, gequält und ermordet wurde, wird heute mit etwa 10.000 angegeben. Die Todesrate betrug ungefähr 50-60%.

Die Verfolgung von Homosexuellen zu Zeiten des Nationalsozialsimus ist jedoch leider bis heute kaum präsent und so wird z.B. auch bei der offiziellen und jährlich stattfindenden Gedenkfeier im Bundestag nicht der Homosexuellen gedacht.

Die Liberalen Schwulen und Lesben – NRW setzen sich somit für eine weitere Aufklärung über die Geschichte von verfolgten Homosexuellen während der NS-Zeit ein und bewahren den Opfern stets ein würdiges Gedenken.