Vorstellung der neuen Landesvorsitzenden und des Vorstandes

Die liberalen Schwulen und Lesben NRW haben sich am vergangenen Wochenende zur ersten konstituierenden Sitzung des am 14. Dezember neu gewählten Landesvorstands getroffen.
Neue Landesvorsitzende der liberalen Schwulen und Lesben, kurz LisL, ist die Bielefelderin Sabine Bauckhage:“In diesem Jahr feiern wir 50 Jahre nach Stonewall. In dieser Zeit ist viel passiert,
so haben wir mittlerweile die „Ehe für Alle“ und auch die Anerkennung des Dritten Geschlechts (wenn auch nur durch ein ärtzliches Attest).

Jedoch zeigen die Diskussionen in den letzten Tagen im Hinblick auf die Holocaust Gedenkfeier, dass die historische Aufarbeitung noch lange nicht abgeschlossen ist.
Wir sollten denjenigen, die sich vor uns für LGBTI* einsetzten,danken und ihre Opfer würdigen.“

In einem Europa-Wahljahr zeigt sich zudem, dass unsere Rechte nicht nur ausserhalb der EU,sondern auch innerhalb der EU nicht überall die gleichen Gleichgeschlechtliche Ehen
werden bespielsweise nicht überall anerkannt. Wenn man die internationalen Vergleiche ansieht, zeigt sich zudem, dass Deutschland auch innerhalb der EU nicht führend in LGBTI*
Angelegenheiten ist.

So werden beispielsweise Praktiken wie die „Homo-Heilung“ in Deutschland nach wie vor erlaubt.
Auch gibt es sowohl innerhalb Deutschlands, innerhalb der EU und auch international einen wachsenden Populismus, welcher unsere liberalen Lebensweisen in Frage stellt. Laut Bauckhage, die Mitglied des Landesfachausschusses der FDP für „Offene Gesellschaft
und Diversity“ ist, betreffen die gesellschaftlichen Aufgaben der Integration uns alle, und somit auch LGBTI. Neben diesen Aufgaben gilt es auch LGBTI Themen im gesamten Bundesland anzugehen.
Wir sollten nicht nur in einigen wenigen Städten in NRW präsent sein, sondern überall in NRW.

Bauckhage, die auch Mitglied bei den Liberalen Frauen ist, liegt viel an einer Zusammenarbeit, auch mit den anderen Vorfeldorganisationen der FDP in NRW.
Zudem ist sie ein aktives Mitglied der FDP Bielefeld und wird diese bei den Europawahlen im Mai unterstützen.

Unterstützt wird Bauckhage durch die beiden Stellvertreter des Vorstands Dominik Korthaus und Manuel Lascasas und den Beisitzern Kathy Heemann, Julian Kull und Hendrik Roth.

v.l.n.r. – Manuel Lascasas ; Kathy Heemann ; Hendrik Roth ; Julian Kull ; Sabine Bauckhage ; Dominik Korthaus

Unfreiwilliges HIV Outing durch dritte und dessen Konsequenzen: So reagiert die AIDS-Hilfe Paderborn

In Paderborn sind der HIV-positiv infizierte Frank W. und sein Ehemann am Arbeitsplatz durch das Amtsgericht unfreiwillig geoutet worden.

Ein Outing des Betroffenen sollte immer von der Person selbst kommen, findet die Sozialarbeiterin Lena Arndt. Vor allem aber sollte die erkrankte Person selbst entscheiden, wem sie sich in dieser Situation anvertraut, schließlich ist man nicht mit all seinen Kollegen am Arbeitsplatz befreundet oder vertraut.

Zudem kann ein unfreiwilliges Outing  langfristige psychische Schäden bei der oder dem Betroffenen auslösen.

Das Hauptproblem, mit welchem viele Betroffene zu kämpfen haben, sind nach wie vor die Vorurteile, die in der heutigen Gesellschaft immer noch omnipräsent sind. Dies allerdings ist auf den Umstand zurückzuführen, dass die Gesellschaft  nicht genügend sensibilisiert ist, um offen mit dem Thema umgehen zu können. HIV und AIDS sind nach wie vor ein Tabuthema, welches man stillschweigend unter den Teppich kehrt.

Trotz der vielen medizinischen Fortschritte halten sich diverse Klischees hartnäckig, welche eine tolerantere oder offenere Einstellung in Bezug auf die Thematik fast unmöglich machen.

Frau Arndt zeigt an mehreren Beispielen auf, wie heikel das Thema der Infizierung bis heute ist. Sie berichtet von einer HIV-positiven Mutter, welche nach ihrem Outing an den Rand der Gesellschaft gestoßen wurde. Ihr Kind wurde gemieden, ausgelacht und zu keinem Kindergeburtstag eingeladen. Die Betroffene musste deswegen sogar umziehen, weil der psychische Druck zu groß wurde.

In anderen Fällen wollten die Kollegen nicht mehr aus der selben Tasse trinken, aus Angst sich zu infizieren.

Zuweilen kann das Outing ein Befreiungsschlag sein. Im Regelfall allerdings erzählen die Betroffenen von einer Distanzierung und einer sozialen Isolierung durch Dritte.

Es ist ganz natürlich, dass im Falle eines Outings Fragen aufkommen, allerdings muss man sich sachkundig informieren, anstelle die betroffene Person zu meiden und zu isolieren.

Der Vorfall zeigt klar auf, dass AIDS und HIV nach wie vor ein heikles, gesellschaftliches Thema sind, bedingt durch mangelnde oder falsche Aufklärung seitens der Bildungseinrichtungen oder auch des Umfeldes. Es besteht dringender Handlungsbedarf und alle sind dazu angehalten, toleranter und offener miteinander umzugehen.(KH)

Ehe für Alle

Bezüglich10450300_482423655236665_1165050696869314522_o der zu erwartenden Enthaltung des Bundeslandes NRW bei der Abstimmung zur „Ehe für Alle” im Bundesrat erklärt der Landesvorsitzende von LiSL NRW Sven Görgens.

„Die angekündigte Enthaltung NRWs im Bundesrat, die sich aus dem Nein der CDU und dem Ja der FDP ergibt, nehmen wir mit Bedauern zur Kenntnis. Wir hätten uns gewünscht, dass die CDU hier die gesellschaftliche Realität erkennt und ihre Widerstände aufgibt. Wer jetzt allerdings der FDP Wortbruch vorwirft, der scheint in der Debatte der letzten Wochen nicht hingehört zu haben. Der Vorschlag des Parteivorsitzenden Christian Lindner, die Ehe für alle als Bedingung für eine Koalition zu formulieren, war zwar der letzte Punkt in einem Mosaik, dass die Abstimmung im Deutschen Bundestag angestoßen hat, aber sie bezog sich eben auf die Bundesebene und ist in Parteigremien noch gar nicht abgestimmt worden.
Allerdings wird etwas aus dieser Situation deutlich. Die Ehe für Alle und deren Bestandsgarantie muss auch weiterhin eine Bedingung für eine Koalition im Bund sein. Die FDP darf nur dann in eine Koalition eintreten, wenn schriftlich vereinbart wird, dass an diesem Thema nicht mehr gerüttelt wird!”

Sven Görgens ist neuer Landesvorsitzender

10450300_482423655236665_1165050696869314522_oDie liberalen Schwulen und Lesben NRW haben am vergangen Sonntag einen neuen Landesvorstand gewählt. Neuer Landesvorsitzender ist der Bochumer Sven Görgens. „Auch wenn es auf dem langen Weg der Gleichstellung von Schwulen und Lesben schon viele Etappenerfolge gab, sind wir noch nicht am Ende des Weges“ so Sven Görgens. „In den letzten Jahren gab es ein erstarken von Kräften, die die Errungenschaften der Vergangenheit am liebsten zurück drehen würden. Gerade wegen dieser Gefahr benötigt es LiSL als Stimme im bürgerlichen Lager“. Görgens will als Landesvorsitzender zur Landtagswahl im nächsten Jahr die FDP NRW programmatisch unterstützen. „Wir werden in der FDP für unsere Anliegen eintreten und auch darüber hinaus den gesellschaftlichen Diskurs begleiten, denn gerade was den Abbau von Vorurteilen und unterschwelliger Diskrimierung angeht, haben wir noch viel zu tun!“.
Der Landesvorstand wird durch die Stellvertreter John Witulski und Jens Gulden ergänzt, die ebenfalls seit mehreren Jahren im Landesvorstand aktiv waren.

LiSL NRW kritisieren das Asylpaket 2.

Die liberalen Schwulen und Lesben NRW kritisieren das Asylpaket 2. Volker Borchers, Landesvorsitzender von LiSL NRW zeigt sich besorgt: „Die Ausweitung der sog. sicheren Herkunftsländer auf Tunesien, Marokko und Algerien ist eine große Bedrohung für homosexuelle Asylsuchende aus diesen Ländern“. In allen genannten Ländern findet eine starke Diskriminierung von Homsexuellen bis hin zu Haftstrafen statt. Eine Verabschiedung des Asylpakets 2 würde für die Opfer von Homophobie und staatlicher Verfolgung die Chancen auf Schutz stark erschweren.